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Grund- und Gewerbesteuer - Kommunen drehen kräftig an der Steuerschraube

am 08.02.2017 12:00 Uhr | Ansprechpartner Carsten Henske (Steuerberater, Geschäftsführer der Henske Sohn & Cie. GmbH Steuerberatungsgesellschaft)

Wohnen und Wirtschaften wird in Deutschland immer teurer. Einer Studie  von Ernst & Young zufolge stiegen Grund- oder Gewerbesteuer in den vergangenen fünf Jahren in mehr als der Hälfte aller Städte und Gemeinden mindestens einmal an.

Laut der Untersuchung setzten 53 Prozent der Kommunen in dem Zeitraum die Gewerbesteuer nach oben. Die von Haus- und Wohnungseigentümern sowie Mietern zu zahlende Grundsteuer wurde sogar von 61 Prozent angehoben.

Insgesamt sei die Gewerbesteuer seit 2010 demnach im Schnitt um 21 Prozentpunkte gestiegen, die Grundsteuer um 42 Punkte. Allein im ersten Halbjahr 2016 hätten 14 Prozent der Kommunen die Grundsteuer heraufgesetzt, bei zwölf Prozent sei der Hebesatz zur Gewerbesteuer gestiegen.

Entsprechend dieser Feststellung unterscheidet sich die Entwicklung regional stark. So erhöhte im ersten Halbjahr 2016 fast jede zweite Kommune in Nordrhein-Westfalen die Grundsteuer. Im Saarland lag der Anteil sogar bei 67 Prozent. In Thüringen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt schraubte dagegen weniger als jede zehnte Kommune den Hebesatz nach oben.

Der Studie zufolge driften reiche und arme Kommunen durch diese Entwicklung aber immer weiter auseinander. Kurzfristig führen höhere Gewerbe- und Grundsteuerhebesätze zu einem Einnahmeplus. Auf lange Sicht könnten sich solche Maßnahmen als Bumerang erweisen. Die Gemeinde verliert an Attraktivität, Unternehmen könnten abwandern, Neuansiedlungen von Unternehmen werden unwahrscheinlicher.

Kategorien: Immobilien, Rechnungswesen