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Betriebsprüfung - So verhalten Sie sich richtig!

am 13.10.2016 12:00 Uhr | Ansprechpartner Carsten Henske (Steuerberater, Geschäftsführer der Henske Sohn & Cie. GmbH Steuerberatungsgesellschaft)

Sagt sich das Finanzamt zur Betriebsprüfung an, schrillen die Alarmglocken.
Ist die Buchhaltung in Ordnung, brauchen Sie sich kaum Sorgen zu machen. Eine gute Vorbereitung und die Beachtung bestimmter Verhaltensregeln während der Prüfung sind der Schlüssel, die Betriebsprüfung erfolgreich zu meistern. Auch wenn dies oftmals mit einem beachtlichen Zeitaufwand verbunden ist, zahlt es sich im Ergebnis regelmäßig aus.

Insgesamt gilt:  Setzen Sie sich mit Ihrem Steuerberater in Verbindung. Ihr Steuerberater ist mit der komplizierten Rechtslage bei Betriebsprüfungen bestens vertraut und wird Sie bei den intensiven Prüfungsmethoden unterstützen.

1. Arten der steuerlichen Außenprüfung

2. Auswahl der Prüffälle

Neben einer Zufallsauswahl führen die Finanzämter sog. Aufgriffsprüfungen durch, bei denen aufgrund von Unregelmäßigkeiten und Auffälligkeiten in der Steuererklärung vom Innendienst des Finanzamtes eine Betriebsprüfung angeregt wird. Aufgriffskriterien für Betriebsprüfungen können sein:

3. Ablauf einer Betriebsprüfung

4. Mitwirkungspflichten

Der Steuerpflichtige hat bei der Feststellung steuererheblicher Sachverhalte mitzuwirken. Er hat Auskünfte zu erteilen und die zum Verständnis der Aufzeichnungen erforderlichen Erläuterungen zu geben. Ansprechpartner (Auskunftsperson) für den Betriebsprüfer sind sorgfältig auszusuchen und vor der Prüfung zu benennen. Die übrigen Mitarbeiter sind darauf hinzuweisen, dass sie nicht auskunftsberechtigt sind. Bei einer Befragung von Betriebsangehörigen dürfen der Steuerpflichtige und sein Steuerberater anwesend sein, wenn sie dies verlangen.

5. Vorlagepflichten

Der Unternehmer hat alle Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Unterlagen zur Einsicht und Prüfung vorzulegen. Die Vorlagepflicht erstreckt sich auf alle Unterlagen, die nach handelsrechtlichen oder steuerlichen Vorschriften aufzubewahren sind, wie Inventare, Jahresabschlüsse, Lageberichte, Eröffnungsbilanzen, die eingegangenen und abgegangenen Handels- und Geschäftsbriefe, Buchungsbelege und sonstige Unterlagen, soweit sie für die Besteuerung von Bedeutung sind (z.B. Verträge).
Es besteht keine generelle Vorlagepflicht für private Konten. Dies gilt jedoch nur dann, wenn private und betriebliche Geschäftsvorfälle sorgfältig voneinander getrennt wurden.

6. Datenzugriff

Wurde die Buchhaltung mit einem Datenverarbeitungssystem erstellt, hat die Finanzbehörde im Rahmen der Außenprüfung das Recht, Einsicht in die gespeicherten Daten zu nehmen. In der Praxis überlassen die Steuerberater eine von der DATEV erstellte CD zur Vorbereitung und Prüfung der Buchhaltung.

7. Verzögerungsgeld/Schätzung

Verletzt der Steuerpflichtige seine Mitwirkungspflichten, kann das Finanzamt ein Verzögerungsgeld festsetzen oder die Besteuerungsgrundlagen schätzen.

8. Prüffelder und Ermittlungsansätze

9. Schlussbesprechung

Der Steuerpflichtige ist im Verlauf der Außenprüfung regelmäßig über die festgestellten Sachverhalte und die möglichen steuerlichen Auswirkungen durch den Außenprüfer zu unterrichten. Nach § 11 BPO sind auch die Besprechungspunkte in angemessener Zeit vor der Besprechung bekannt zu geben. Der Inhalt der Schlussbesprechung beinhaltet daher in der Regel für den Steuerpflichtigen keine Überraschungen. Die Schlussbesprechung dient dazu, Kompromisse zu finden. Verhandlungsspielräume sollten bereits vor der Schlussbesprechung eruiert werden. Wird in der Schlussbesprechung keine Einigkeit erzielt, erlässt die Betriebsprüfung geänderte Steuerbescheide, gegen die das Einspruchs- und Klageverfahren zulässig ist.

10. Strafverfahren

Fundstelle(n):

DATEV e. G. (Stand 2013/10)

Kategorien: Einkommensteuer, Hotel/Gastronomie, Immobilien, Körperschaftsteuer, Rechnungswesen, Steuerstrafrecht, Umsatzsteuer, Verfahrensrecht, Kunst/Kultur